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Ungeschriebene und nicht gesagte Randori „Regeln“ zusammengestellt von Ulrich Klocke.
01.01.17 20:18
Alter: 2 Jahre


VON: HK



Man wird in jedem Dojo und bei jedem Judotrainer ungeschriebene Regeln finden, die beim Randori in dessen Dojo und dessen Training gelten.

Über solche Regeln wird kaum gesprochen, man kann sie nicht nachlesen, aber wenn man gegen sie verstößt, entsteht plötzlich eine unangenehme Atmosphäre, die deutlich spüren lässt, dass man etwas falsch gemacht hat.


Sprechen wir also im Folgenden über die nicht besprochenen Regeln und schreiben über die „ungeschriebenen“ Regeln, damit sich dieses unangenehme Gefühl möglichst niemals einstellen wird.

Was darf man nicht tun?

Manchmal beziehen sich diese Regeln auf bestimmte Techniken, die nicht gemacht werden dürfen, wie z.B. Morote-gari, tiefer Seoi-nage auf den Knien, Makikomiwürfe oder auch Ura-nage.

In manchen Dojo sieht man es dahingegen nicht gerne, wenn Sumi-gaeshi, Hikkomi-gaeshi oder Beingreifer angewendet werden.

Manche Würfe sind nicht geeignet, sie bei Anfängern auszuführen, manche Würfe eignen sich nicht, wenn zu wenig Platz zur Verfügung steht.

Manche Würfe sind unpassend bei kleineren, leichteren Partner, die durch die Würfe gefährdet werden könnten.

Manchmal beziehen sich die „ungeschriebenen Randoriregeln“ auch nur auf die Etikette im Dojo, so wie es der jeweilige Judotrainer bevorzugt.

Woran soll man sich orientieren?

Allgemein kann man sagen, dass die Würfe problemlos angewendet werden können, die der Partner auf Grund seines Gürtels kennen sollte und auf die er sicher zu fallen versteht. Dies ergibt sich ganz selbstverständlich aus dem Judoprinzip „ des gegenseitigen Helfens und Unterstützens“.

Einen Weißgurt mit einer Sutemi-waza zu werfen ist sicherlich leicht, aber eben für ihn sehr gefährlich, weil er nicht erfahren hat, wie er darauf fallen soll. Anfänger haben noch kein „Raumlagegefühl“ und wissen daher zumeist nicht, wie sie sich in einer unbekannten Situation richtig verhalten müssen.

Daher sollte man eher Würfe wie O-goshi, Uki-goshi oder O-soto-otoshi anwenden, was auch für einen höher Graduierten eine wirkliche Herausforderung sein kann. Wenn man mit Anfängern macht, sollte man Anfängertechniken verwenden.

Die Würfe sollten immer sicher ausgeführt werden. „Sicherheit“ bezieht sich jedoch dabei nicht nur auf den jeweiligen Uke oder auf Tori, sondern auch auf alle anderen, die um diese beiden herum üben.

Techniken, die einen hohen und weiten Fall erfordern, benötigen viel Raum bei der Wurfausführung. Daher ist es nicht angebracht solche Techniken anzuwenden, wenn andere Übungspaare dadurch vielleicht gefährdet werden könnten. Sicherheit ist immer das oberste Gebot.

Mit einem Übungspartner, der gleich groß, gleich schwer und gleich ausgebildet ist, kann man sich richtig „fetzen“.

Aber einen unterlegenen Partner im Hinblick auf Kraft, Gewicht, Ausbildungsstand und Erfahrung „in der Gegend herum“ zu werfen, ohne Rücksicht auf seine Voraussetzungen ist nicht in Ordnung! In einem solchen Fall wird der Judotrainer auch sicherlich eingreifen und die „gelbe oder rote Karte“ zeigen.

In einer Hobbygruppe macht man ein anderes Randori als in einer Wettkampfgruppe von 17-20-jährigen Blau- bis Schwarzgurten. In einer Oldiegruppe der über 40-jährigen machen Anfänger vielleicht zunächst überhaupt kein Standrandori, sondern nur Randori am Boden. In einer gemischten Gruppe muss man sich dem „Randorikönnen“ des jeweiligen Übungspartners anpassen. Kinder unter 7 Jahren sollten ihre Standrandori überhaupt nur mit ihren Trainern machen.

Wenn man mit Kindern oder jüngeren, leichteren Anfängern macht, muss man fallen können, wenn sie einen guten Wurfansatz gemacht haben. Mit solchen Partner kann man keine „harten“ und unbekannten Selbstfalltechniken machen. Man muss das Randori auf den jeweiligen Übungspartner zuschneiden lernen.

Im Randori kann man nicht gewinnen oder verlieren - wer das versucht, verpasst das Wesen des Randori als Übungsform. Wenn man sich werfen lässt, verliert man vielleicht die Angst davor, geworfen zu werden und lernt auch diese Rolle zu „spielen“. Außerdem kann man lernen, wo die Schwachpunkte bei einem Wurf liegen und die Momente sogar während der Wurfausführung herausfinden, wie man die Kraft und den Schwung des Angriffs für sich selber zum Ausweichen oder sogar zu einem Gegenwurf nutzen kann. Wenn eine Konteraktion im richtigen Augenblick klappt, empfindet es Uke so, als sei er überhaupt nicht berührt worden.

 

Einige ausgewählte Randori-Regeln für Jedermann/-frau

 

• Übst Du mit einem schwächeren/leichteren Partner, so ist es richtig zunächst zweimal selber zu fallen, bevor man selbst den ersten Wurf macht.

• Der niedrigere Rang (leichtere, schwächere etc.) bestimmt das Tempo!

• Rücksichtsloses Üben ist überall nicht gerne gesehen! Dazu gehören auch die zahlreiche kleinen „miesen“ Tricks, wie z.B. Waki-gatame im Stand oder Grifflösen durch Schlagen mit der Hand usw.

• Es gilt der Grundsatz: „Bewahre die Unversehrtheit Deines Partners, so dass er gerne zum nächsten Training wieder kommt.“ Verstöße gegen diesen Grundsatz bezeichnet man als „Rücksichtslosigkeit“.

• „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem Anderen zu!“ Dieses Sprichwort gilt auch im Randori!

• Mach so hart Randori, wie es der Andere will.

• Randori ist eben kein Wettkampf ohne einen Kampfrichter!

• Randori ist auch kein Auskämpfen des Stärkeren, Besseren und Cleveren – kein Ersatz für einen Kampf auf der Straße oder das Austragen eines Streits.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Klocke

Diplom-Sportlehrer, Diplom-Pädagoge, Diplom-Trainer und Träger des 7.Dan in Judo








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